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9. Jan 2019 Comments (0) Views: 752 Slider

Die Extremadura – Warum man von Cáceres nach Sibirien reisen sollte

Jenseits des Dueroflusses (extremos del Duero) hinterließen die Römer viele Theater und Aquädukte und es kämpften die Konquistadoren Anfang des 13. Jahrhunderts gegen die Mauren. Heute ist die Region dünn besiedelt und selbst von Spaniern wird ihr Reiz noch immer etwas unterschätzt.

Unbeachteter Filmstar Cáceres?

Als „herausragendes Beispiel für eine Stadt, die im 14. bis 16. Jahrhundert von mächtigen rivalisierenden Fraktionen beherrscht wurde“ rühmt die UNESCO die knapp 96.000-Einwohnerstadt im nördlichen Teil der Extremadura. Seit fast 33 Jahren genießt sie Weltkulturerbeschutz und inzwischen haben sogar große amerikanische Serienproduktionen die Gotik-Renaissance-Stadt auf dem Radar. Die Serie Still Star Crossed erzählt vor dem Hintergrund cácerensischer Festungs- und Palasthäuser der Plaza San Jorge die Fortsetzung der Shakespearschen Romeo und Julia-Geschichte. Auch die Fantasy-Serie Games of Thrones drehte Teile der siebten Staffel inmitten des außergewöhnlich gut erhaltenden Granitmauerwerks der Altstadt.

 

Klassisches Festival (c) Turismo de Exremadura

 

Fluxus in der Wollwäscherei in Malpartida de Cáceres

Aber Cáceres bedeutet nicht nur Mittelalter. Als der Leverkusener Maler, Bildhauer und Fluxuskünstler Wolf Vostell 1974 mit seiner spanischen Frau in das nahegelegene Dorf Malpartida zog und in dieser armen Einsamkeit ein Museum eröffnen wollte, wurde er skeptisch betrachtet. Doch heute ist zum Beispiel eine Installation – ein riesiger Pfahl aus Beton, Flugzeugteilen und Autos – nicht nur unter Besuchern beliebt, sondern auch bei den heimischen Störchen, die darauf nisten. In Vostells Sinne also ein Treffpunkt von Kunst, Leben und Natur.

La Siberia extremeña

Entfernter vom Puls der Kultur ist der Landkreis La Siberia. Abgelegen wie die östlichsten Landstriche Russlands so empfanden Anfang des 20. Jahrhunderts die Bewohner der kleinen Dörfer, damals ohne Straßen oder Bahnstrecken, im zentralöstlichen Teil der Extremadura ihre Lage. Jedenfalls ist das eine Version der Geschichte, wie La Siberia seinen Namen bekam. Wer aber genau diese stille Natur sucht, ist hier richtig. Wasser, Wälder und viel Wild – das ist eine Seite dieser Landschaft. Große Stauseen locken Kayaker, Angler, Windsurfer.

Dehesa © Turismo de Extremadura

Aber auch die Steppe, Thymianbüsche und hohe Zistrosen sind ganz typisch für den Landstrich, den man auf Pferderücken oder zu Fuss erwandern kann. Und dann Rast machen in einem der dehesas – einem Hein von uralten Steineichen, in dem das schwarze iberische Schwein gehalten wird. Ob man dann wirklich ein Brot mit Jamón Ibérico verspeist, ist einem selbst überlassen.

Tapas @ Turismo de Extremadura

 

 

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