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8. Mrz 2016 Comments (0) Views: 1034 AKTIV, Allgemein, Kunst, MENSCHEN, NEWS, Regionen, Städte, ZIELE

400 Jahre Cervantes: Was passiert zum Jahrestag des Dichters?

Der Roman über den „sinnreichen Junker Don Quijote von der Mancha“, für den Miguel de Cervantes (1547-1616) berühmt wurde, ist in vielerlei Hinsicht immer noch zeitgenössisch. Nicht nur begründet er die literarische Form des „Romans“ überhaupt, auch die (vor allem im 1605 veröffentlichten ersten Teil) offensichtliche ironische Kritik an zeitgenössischer Kulturproduktion – dem seinerzeit populären Ritterroman – scheint den post-modernen Trend zu Intertextualität in der Literatur vorweg zu nehmen. Aber Cervantes Figur des Don Quijote war schon in den früheren Jahrhunderten ein Spiegel individueller Ambition und individuellen Scheiterns: Ein Mann, der zu viel Ritternovellen gelesen hatte und sich dadurch in eine Parallelrealität katapultiert, der als harmloser Verrückter doch gefährlich wird und von seinem Gefährten Sancho Panza vor diversen Schwierigkeiten bewahrt werden kann – Maler und Literaten haben ihn immer wieder verarbeitet.

Alcalá de Henares. Monumento a Don Quijote y Sancho frente al Mu

Auch wir haben den Roman schon seit 1801 immer in unserem Iberien-Reisegepäck – in dem Jahr schloss Wilhelm Tieck seine berühmte Übertragung ins Deutsche ab. 2011 kauften wir uns dann eine neue Übersetzung, die (ein dtv-Taschenbuch) leichter im Handgepäck wiegt, als die vier ledergebundenen, 215 Jahre alten Hardcover aus dem Verlag Johann Friedrich Unger.

Alcalá de Henares. Plaza de Cervantes

Vor 400 Jahren, am 23. April 1616, verstarb Miguel de Cervantes. Das wiederum gibt Anlass zu einer Vielzahl von Veranstaltungen, die sich mit Werk und Leben des Autors befassen – und das war abenteuerlich! Er studierte zunächst in Madrid, dann in Rom, arbeitete dort als Kammerdiener für einen Kardinal, trat bald in die Marine ein und kämpfte 1571 in der Schlacht von Lepanto gegen die Türken, bei der er schwer verwundet und die linke Hand dauerhaft beschädigt wurde. 1575 geriet er in die Sklaverei algerischer Piraten und konnte erst 1580 freigekauft werden. Nach zwei weiteren Soldatenjahren ließ sich Cervantes hoch verschuldet als Autor nieder, heiratete, wurde kinderlos geschieden, schwängerte aber seine Geliebte, verbrachte Zeit im Knast und starb verarmt, trotz finanziellen Erfolgs.

Consuegra. Molinos y Castillo

Daraus lässt sich Einiges machen! Etwa dies: zahlreiche Konzertreihen, Theateraufführungen, Ausstellungen, Kulturprojekte im ganzen Land! Die Ausstellung „Miguel de Cervantes: Vom Leben zum Mythos. 1616-2016“, Manuel de Fallas Operneinakter „Meister Pedros Puppenspiel“; die Konzertreihe „Miguel de Cervantes: Reisen und Utopien“ und „Cervantinische Tänze“, das Ballett „Don Quijote“ und das Musical „Der Mann von La Mancha“; und in Cervantes’ Geburtsort Alcalá de Henares eine audiovisuelle und eine Comic-Ausstellung über Leben und Wirken des Autors in Geburtshaus und Cervantes-Museum, dazu Schulprojekte und eine neue Cervantes Filmbibliothek. Wir schließen uns der Verehrung an und gucken zum Aufwärmen Terry Gilliams Doku „Lost in La Mancha“ über dessen eigenes – gescheitertes – Don-Quixote-Projekt.

Detaillierte Infos zum Cervantes-Jahr gibt es hier

 

Bildnachweis:

Bilder v.o.n.u. © Turespana

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